Presseerklärungen

Die BBI „Fairverkehr statt Nordring“ geht online

Nein, wir sind nicht der NABU… aber es waren die Veranstaltungen des NABU, die gezeigt haben, wie wenig die Bocholter Bürger über das informiert sind, was da quer durch unsere Siedlungen gebaut werden soll. Im Anschluss an die Versammlungen des NABU haben sich derzeit ca. 25 Bocholter Bürger zusammengesetzt, um die Informationen und Argumente, die es bezüglich des Baus von Nord- und Westring gibt, zu sammeln und für alle bereit zu stellen. In Zeiten von Corona über Klimawandel und Konzepte für Mobilität und Stadtentwicklungzu sprechen ist keine leichte Sache, dennoch haben sich Bürgerinnen und Bürger Bocholts zunächst persönlich, dann in Videokonferenzen getroffen und sich dazu entschieden, eine Bürgerinitiative „Fairverkehr statt Nordring“ zu gründen. In den letzten Wochen wurde an Texten für eine Homepage (freigeschaltet unter: www.nordring-bocholt.de) gearbeitet und wurden Strategien diskutiert. Da der Da der für den 16. März 2020 geplante Bürgerabend zum Mobilitätskonzept der Coronapandemie genau so zum Opfer fiel wie das Verteilen eines von der BI fertiggestellten Flyers ist erst jetzt mit den Lockerungen in NRW der Schritt an die Öffentlichkeit sinnvoll.

Ziele der BI sind:

  1. Verhinderung des nicht mehr zeitgemäßen Nordringes.
  2. Erhaltung von wichtigen Grünflächen mit deren Baumbestand und der Artenvielfalt.
  3. Ein nachhaltiges, fortschrittliches und modernes Mobilitätskonzept zugunsten der Umwelt.

Wir haben uns zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, da wir der festen Überzeugung sind, dass der Bau einer so großen Umgehungsstraße wie der Nordring bei seiner Fertigstellung sein würde weder zeitgemäß noch nachhaltig für Natur, Umwelt und die Bewohner der Stadt Bocholt wäre.Die Flächenverdichtung durch den Bau des Nordringes hätte einen enormen Preis (nicht nur monetär) zur Folge. Die beiden letzten Sommer haben vor Augen geführt, wovor uns schon lange Wissenschaftler warnen. Klimaforscher sagen steigende Temperaturen und längere Trockenperioden infolge des Klimawandels voraus. 60 Jahre alte Pläne wie die des Nordringes müssen im heutigen Kontext neu überdacht und verworfen werden. Der etwa 10 ha grüne, ökologisch wertvolle Gürtel, der dadurch entstanden ist, dass man die Pläne nicht umgesetzt hat, ist ein Schatz für die Bürgerinnen und Bürger Bocholts.

„Mit einer klugen Stadtplanung lässt sich die Überhitzung abmildern. Insbesondere Bäume und Grünflächen sind wichtig, denn sie kühlen nicht nur, indem sie Schatten werfen und Wasser verdunsten, Es geht also vorrangig darum, Grünflächen und Bebauung so zu planen, dass Luftzirkulation möglich wird oder erhalten bleibt. Allerdings werden viele Städte derzeit eher verdichtet, weil Wohnraum fehlt. Brachflächen werden bebaut, Grünstreifen entlang von Gleisanlagen verschwinden.“

Süddeutsche Zeitung, 9./10. Mai

Den unbestreitbaren Konflikt zwischen Auto und Fahrrad muss man mit klugen Konzepten lösen um eine klimafreundliche Mobilität zu erreichen. In der gegenwärtigen Corona -Krisenzeit weisen Städte in Deutschland Pop-up-Radspuren aus, um Radfahrern größere Sicherheit zu geben. Erschreckend ist, dassdas sich so positiv als Fahrradstadt einschätzende Bocholt eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Fahrradunfällen hat. Die an dem Nordring geplanten Kreisverkehre werden das Gefahrenrisiko für Radler nur noch erhöhen. Gerade für Radfahrer und insbesondere für die zahlreichen Schüler, die diese Strecken fahren sind diese Knotenpunkte ein deutlich erhöhter Gefahrenpunkt. Eingutes Beispiel dafür ist der recht kleine Kreisverkehr am Burloer-Weg – Unter den Eichen. Dort ist es vermehrt zu Unfällen gekommen und es wurden sogar zusätzlich Warnschilder aufgestellt. Beim Nordring handelt es sich aber um eine deutlich größere Straße mit unnötig generiertem Lkw Verkehr durch zahlreiche Bocholter Wohngebiete. Zwischen Auto und Fahrrad muss sich der Öffentliche Nahverkehr (gerade auch in Bocholt schon immer nicht gerade verhätschelt) behaupten. Ein nachhaltiges, fortschrittliches und modernes Mobilitätskonzept zugunsten der Umwelt zu fordern wird Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger sein, die sich hinter die Ziele der BI „Fairverkehr statt Nordring“ stellen. Wenn die CDU in öffentlichen Veranstaltungen verlauten lässt, dass, wer sie wählt, den Nordring bekommt, dann können wir als BI nur sagen, dass wir mit allen Bürgerinnnen und Bürgern (auch politischen Parteien und ökologischen Initiativenwie z.B. dem NABU oder aber auch ADFC Bocholt – Rhede) zusammenarbeiten wollen, um für Bocholt zu einer fairen, ökologisch sinnvollen Mobilitätsplanung zu kommen.
Der Besuch der Homepage www.nordring-bocholt liefert einen Einblick in unsere Ziele, Motivation und Überlegungen zur Mobilitätspolitik Bocholts. Wir hoffen,dass die Bürgerinnen und Bürger Bocholts dort genauere Informationen über Planungen zum Bau des Nordrings und dieWohnqualität der Stadt Bocholt finden.

Im Namen der BBI
Willi Weyers

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